Schlagwort: Secondary Funds

  • ELTIF.info Newsletter #12

    Der französische Asset Manager Carmignac hat einen Private-Equity-ELTIF mit dem Fokus auf Secondary-Transaktionen angekündigt, der in den kommenden Wochen erstmals handelbar sein wird. Einen so explizit auf dieses Marktsegment ausgerichteten Evergreen-ELTIF gibt es bisher noch nicht. Aus diesem Grund lohnt sich ein Blick auf die Besonderheiten von „Secondaries“.

    Traditionell sind Privatmärkte, wie Private Equity, mittels geschlossenen Fonds investierbar. Diese haben eine feste Laufzeit von rund 10 Jahren und Investoren erhalten Gelder dann zurück, wenn einzelne Beteiligungen des Fonds verkauft werden. Während dieser Laufzeit können Fondsinvestoren ihre Anteile nicht an den Fondsmanager zurückgeben, wohl aber an andere Investoren verkaufen. Dies sind dann sogenannte Zweitmarkttransaktionen: im Englischen „Secondary Transactions“.

    Ein „Secondary Fund“ investiert in bestehende geschlossene Fonds, die ihrerseits bereits Beteiligungen getätigt haben. Damit handelt es sich um eine spezialisierte Art von Dachfonds.

    Allgemeine Vorteile von Secondary Transaktionen

    • Kürzere Laufzeit im Vergleich zu neu aufgelegten geschlossenen Fonds („primary funds“)
    • Mehr Transparenz über Beteiligungen und die erzielbaren Renditen
    • Eventuell Kauf mit Abschlag zur Fondsbewertung
    • Zügiger und diversifizierter Portfolioaufbau
    • Geringere J-Curve

    Allgemeine Nachteile von Secondary Transaktionen

    • Nicht mehr das volle Renditepotenzial
    • Eventuell Adverse Selection der angebotenen Fonds

    Der neue Fonds von Carmignac investiert hauptsächlich in Secondary Transaktionen (40-60%) aus dem Buyout- und Growth-Segment. Darüber hinaus kann der Fonds auch in Co-Investments (10-30%) und Primary-Fonds (5-15%) investieren.

    Da es sich um einen Evergreen-ELTIF handelt, bei dem regelmäßige Fondsanteilsrückgaben möglich sind, ist zu Fondsstart tendenziell mit Secondary-Transaktionen mit kürzerer Restlaufzeit zu rechnen, so Andreas Metzen, Business Development Director bei Carmignac.

    Team und Kooperation

    Carmignac ist für Fondslösungen aus dem Aktien- und Anleihebereich bekannt. Vor rund zwei Jahren wurde ein Private-Equity-Team etabliert und ein erster globaler Private-Equity-Fonds (kein ELTIF) lanciert.

    Das Team arbeitet eng mit dem Sekundärmarktspezialisten Clipway zusammen, der unter anderem Research und Tools zur Verfügung stellen. Sowohl das Team von Carmignac, um Edouard Boscher, als auch Clipway haben ihre Wurzeln im französischen Private-Market-Konzern Ardian.

    Gegenüber ELTIF.info erläutert Andreas Metzen, dass diese Kooperation und der bestehende Carmignac-Fonds es erlauben, sich für den ELTIF die geeigneten Sekundärmarkttransaktionen europäischer Fonds auszuwählen. Denn im ELTIF-Mantel ist es zwar möglich, in andere Nicht-ELTIF-Fonds zu investieren, wobei diese aber von einem europäischen AIFM verwaltet werden müssen.

    Ausgewählte Liquiditätsbedingungen

    Der Carmignac ELTIF Evergreen hat eine typisches Liquiditätsprofil von Private-Equity-Evergreens: Käufe sind monatlich und Verkäufe (eingeschränkt durch Gates) quartalsweise möglich. In den ersten 18 Monaten sind Fondsanteilsrückgaben mit einem Rücknahmeabschlag von 5% möglich, welcher nach Ablauf der Frist entfällt.

    Der positive Trend bei den Fondsvolumina hält weiter an. Besonders große Zuwächse lieferten die folgenden ELTIFs in den vergangenen Wochen:

    In einem ausführlichen Interview mit Markus Pimpl von der Partners Group wird dieser Frage nachgegangen. Dabei werden sowohl die Geschichte von Evergreen-Fonds als auch die Portfoliomanagement-Erkenntnisse der Partners Group thematisiert.

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