Schlagwort: ELTIF

  • ELTIF.info Newsletter #8

    ELTIF.info Newsletter #8

    Zum Jahresende hat es sich in vielen Lebensbereichen etabliert, einen Jahresrückblick durchzuführen: von Jahresgesprächen im Beruf, über sportliche und kulturelle Ereignisse bis hin zu den Kapitalmärkten. Da Private Markets und der ELTIF als neues Anlagevehikel die Nachrichten im Jahr 2025 mitgeprägt haben, soll in diesem Newsletter ein detaillierter Rückblick erfolgen.

    Die Grundlage für die Auswertungen bilden die Datensätze von Aufsichtsbehörden, die in der Datenbank von ELTIF.info um zahlreiche weitere individuelle Charakteristika von Fonds ergänzt wurden.

    Bereits zum Ende des dritten Quartals zeichnete sich ab, dass 2025 für den „European Long Term Investment Fund“ (ELTIF) außergewöhnlich stark verlaufen würde. Zum Jahresende (Stand: 22.12.2025) lohnt sich ein genauer Blick auf die aktuellen Entwicklungen.

    Quelle: ESMA und ELTIF.info
    Quelle: ESMA und ELTIF.info

    Quelle: ESMA und ELTIF.info

    Die Zahl der europaweit zugelassenen ELTIFs liegt bei 92 Fonds und übertrifft damit das Vorjahresniveau von 71 deutlich. Dabei ist zu berücksichtigen, dass sowohl neu aufgelegte Produkte als auch bestehende Fondsvehikel, die in einen ELTIF umgewandelt wurden, in diese Statistik einfließen. Die Gesamtzahl der zugelassenen ELTIF-Fonds stieg von 167 auf 259.

    Spannend ist auch eine andere Beobachtung: Viele der ursprünglichen ELTIF-1.0-Strukturen waren als geschlossene Fonds mit begrenzter Laufzeit konzipiert. Mit dem Auslaufen dieser Produkte verkleinert sich das Fondsuniversum nun auf natürliche Weise. Hinzu kommt, dass – ähnlich wie bei UCITS-Fonds – einzelne zugelassene Fonds wieder eingestellt werden. Häufig handelt es sich dabei um geschlossene Konzepte, die nicht mehr zur aktuellen Nachfrage passen. Der Trend in Deutschland geht klar in Richtung Evergreen-Strukturen, weshalb einzelne Fonds zurückgezogen werden.

    ELTIFs werden für alle Kundengruppen aufgelegt

    Während im ELTIF-1.0-Regime Fonds überwiegend für professionelle Anleger aufgelegt wurden, hat sich dies seit Einführung der ELTIF-2.0-Regulierung entscheidend verändert. Seitdem werden mehr ELTIF zugelassen, welche für Retail-Anleger zugänglich sind.

    Quelle: ESMA und ELTIF.info
    Quelle: ESMA und ELTIF.info

    Quelle: ESMA und ELTIF.info

    2025 wurden 30 Fonds für Retail-Anleger und 34 Fonds für Retail- und professionelle Anleger zugelassen. ELTIFs nur für professionelle Anleger wurden in 21 Fällen zugelassen.[1] Insgesamt gibt es aktuell 94 ELTIFs für beide Anlegergruppen, 63 reine Retail-Fonds und 72 dezidierte Fonds für professionelle Anleger.

    Luxemburg dominiert beim Fondsdomizil

    Wie in den Vorjahren war Luxemburg (52 Fonds) auch 2025 das bevorzugte Domizil bei zugelassenen ELTIF-Fonds. Darauf folgen Frankreich (24), Irland (10), Spanien (3), Deutschland (1) und Niederlande (1).

    Quelle: ESMA und ELTIF.info

    Quelle: ESMA und ELTIF.info

    Somit ergibt sich aggregiert das folgende Bild beim Fondsdomizil: an erster Stelle steht Luxemburg (152), gefolgt von Frankreich (60), Irland (22), Italien (13) und Spanien (7). Deutschland (3), Liechtenstein (1) und die Niederlande (1) belegen derzeit die hinteren Plätze.

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    Wachstumsschub dank Private Debt

    Das Wachstum bei den neu zugelassenen ELTIF-Fonds stammt im Jahr 2025 vor allem von Private-Debt-Produkten. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich deren Anzahl von 25 auf 37 erhöht. Alle anderen Strategien haben die Rekordwerte aus dem Vorjahr wiederholt oder leicht übertroffen. 2025 wurden 22 Private-Equity-, 15 Infrastruktur-, 9 Immobilien- und 7 Diversified-Private-Market-ELTIFs neu zugelassen.

    Quelle: ESMA und ELTIF.info

    Quelle: ESMA und ELTIF.info

    Quelle: ESMA und ELTIF.info

    Quelle: ESMA und ELTIF.info

    Folglich lässt sich das europäische ELTIF-Universum in Bezug auf die Anlagestrategie entsprechend gliedern. Die größten Fondsgruppen bilden Private Debt (92 Fonds) und Private Equity (81). Gefolgt werden diese von Infrastruktur (36) sowie zu nahezu gleichen Teilen Immobilien (24) und Diversified Private Market (23).

    Das ELTIF-Segment hat in den vergangenen Monaten ein bemerkenswertes Wachstum gezeigt, was sich insbesondere an der Zahl neu aufgelegter Fonds ablesen lässt. Ein Blick in die einzelnen Produkte verdeutlicht zudem die enorme Bandbreite an Investitionsmöglichkeiten, die ohne den ELTIF kaum zugänglich wären. So eröffnen auf europäischer Ebene manche Fonds den Zugang zu Beteiligungen an Unternehmen wie OpenAI, andere investieren Wachstumsunternehmen aus dem Verteidigungsbereich. Wiederum finden sich Strukturen, die in Wälder investieren oder die Infrastruktur in Europa ausbauen.

    Herausfordernd bleibt bislang vor allem die komplexere Abwicklung sowie die notwendige Schulung von Kundenberatern im Bereich Private Markets. Werden diese Hürden überwunden, stehen die Chancen gut, dass sich auch 2026 als weiteres Erfolgsjahr für den ELTIF erweist.


    [1] Bei einzelnen sehr neuen ELTIFs gibt es noch keine Meldung über die geplanten Zielgruppen, weshalb die Summe für 2025 nicht 92 erreicht.

  • Interview mit Robert Guzialowski (HansaInvest)

    Interview mit Robert Guzialowski (HansaInvest)

    Frischer Wind bei Immobilieninvestments

    Privatinvestoren stehen bei Immobilieninvestments seit rund zwei Jahren potenziell zwei unterschiedliche offene Fondsvehikel zur Verfügung. Zum einen besteht der offene Immobilienpublikumsfonds (OIF) schon seit vielen Jahren und ist ein fester Bestandteil im Portfolio vieler Investoren in Deutschland. Darüber hinaus sind auch offene ELTIFs  – teilweise als semi-liquide ELTIFs – mit einer Immobilienstrategie möglich. Die Ausgangslage für beide Fondstypen ist gleich: beide ermöglichen Privatanlegern den Zugang zu illiquiden Sachwerten.

    Um beide Fondsarten zu vergleichen, spreche ich daher heute mit einem Experten für Immobilieninvestments und ELTIF-Fonds: Robert Guzialowski von der HansaInvest.

    Robert Guzialowski: Um es ketzerisch zu sagen: Der größte Vorzug des OIF war bisher seine Alternativlosigkeit. Denn für Asset Manager, die ihre Immobilienfonds an private Investoren vertreiben und ihnen Anteilsrückgaben ermöglichen wollten, gab es schlicht keine Alternative. Das tut dem Vehikel aber natürlich ein wenig Unrecht, denn die bisherige Alternativlosigkeit führt hin zum großen Vorteil der OIF: Sie sind bereits erprobte und etablierte Vehikel, ihr gesamter Anteilswert liegt in Deutschland schließlich bei über 120 Milliarden Euro. Die Funktionsweise der Produkte ist seit Jahren bekannt, sodass die Vertriebe gut geschult und erfahren sind. Bei privaten Investoren besteht grundsätzlich ein Verständnis für diese Produkte.

    Robert Guzialowski

    Robert Guzialowski ist seit August 2022 Leiter Business Development Real Assets bei der HANSAINVEST Hanseatische Investment-GmbH, wo er insbesondere für den Vertrieb rund um Private-Debt-, Private-Equity-, Erneuerbare-Energien-, Infrastruktur- und Immobilienfonds verantwortlich ist.
    Zuvor war Robert Guzialowski Leiter Real Assets Deutschland bei der Hauck Aufhäuser Lampe Privatbank AG. Dort verantwortete er neben Vertrieb und Kundenmanagement der AIF-Verwahrstelle die Begleitung der Kapitalverwaltungsgesellschaften von der Aufnahme der Geschäftsbeziehung über das Onboarding bis hin zu den Fondstransaktionen.
    Robert Guzialowski ist Rechtsanwalt und referiert sowie veröffentlicht regelmäßig zu aufsichtsrechtlichen Entwicklungen.

    Robert Guzialowski

    Außerdem war der Regulator durch die Alternativlosigkeit dazu gezwungen, das Vehikel zu optimieren. So konnte das KAGB mit Inkrafttreten im Jahr 2013 die in der Finanzkrise aufgedeckten Schwachpunkte der OIF beseitigen: Asset Manager haben seitdem mehr Sicherheit durch Liquiditätssteuerungselemente wie der Mindesthalte- und Kündigungsfrist. Die Mindesthaltefrist von 24 und die Kündigungsfrist von 12 Monaten vermeiden massenhafte „Fire Sales“, die Aussetzung von Anteilsrücknahmen oder Fondsabwicklungen relativ zuverlässig.

    Wichtig ist, dass beide Fondsprodukte nicht für kurzfristige Geldanlagen geeignet sind. Diese Erkenntnis ist wichtig für den Anleger, um das Finanzprodukt gerade im Hinblick auf die Illiquidität der Vermögenswerte zu verstehen. Zwar ist der ELTIF in der Ausgestaltung der Mindesthalte- und Kündigungsfristen grundsätzlich flexibler. Aufgrund praktischer Gründe insbesondere bei der Anbindung an Fondsplattformen werden gleichwohl die etablierten Mindesthalte- und Kündigungsfristen des OIF in der Regel auch beim ELTIF angewandt.

    Robert Guzialowski: Große Nachteile haben sich in meinen Augen nicht gezeigt, sondern eher die Vorteile, die ich eben bereits erwähnt habe: Obwohl der Immobilienmarkt durch Inflationsanstieg und Zinswende in eine Krise geraten ist, ist der Markt für OIF in Deutschland vergleichsweise stabil. Zwar wurden teilweise Anteilspreise deutlich nach unten korrigiert und Anleger ziehen Kapital ab, die Aussetzung von Anteilsrücknahmen oder gar die Abwicklung eines Fonds finden derzeit in Deutschland nicht statt. Mir ist nur ein Fall aus Österreich bekannt, wo die Anteilsrücknahme ausgesetzt wurde und der Fonds seit Oktober dieses Jahres in der Abwicklung ist. Die klaren KAGB-Regeln für die Mindesthalte- und Kündigungsfristen der OIF haben also den „Worst case“ verhindert.

    Der eine kleine Nachteil dieser klaren Regeln ist bloß: Wann dieser „Worst case“ eintreten kann, ist je Immobilienportfolio – man bedenke Unterschiede bei Nutzungsarten oder Risikostreuung – höchst individuell. Beim ELTIF können Initiatoren dem Rechnung tragen und die strukturellen Möglichkeiten gerade im Hinblick auf die Mindesthalte- und Kündigungsfristen nutzen. Die Grenzen sind nicht numerisch festgelegt, gleichwohl muss der ELTIF zumindest eine angemessene Rücknahmeregelung und angemessene Liquiditätsmanagementinstrumente vorsehen, die mit der langfristigen Anlagestrategie des ELTIF vereinbar sind. Anders als bei OIF sind die Rücknahmeverlangen auf den liquiden Anteil des ELTIF beschränkt. Damit ist der ELTIF in Bezug auf das gesamte Vermögen nicht gänzlich offen, weshalb u.a. deswegen in der Praxis von einen semi-liquiden Fonds die Rede ist.

    Das zeigt insgesamt: Die Rückgabemöglichkeiten des ELTIF sind flexibler, aber deswegen umfangreicher und komplexer als beim OIF. Ich bin gespannt, ob Fondsinitiatoren das in Zukunft häufiger für sich ausnutzen als bisher – das hängt sicher auch davon ab, ob die Mehrzahl der Fondsplattformen diese individuellen Halte- und Kündigungsfristen künftig abbilden werden oder sich weiterhin auf die bereits praktizierten Fristen des OIF beschränken.

    Robert Guzialowski: Investments in ausländische Immobilien etwa, die zumindest nicht vordergründig zum Katalog des KAGB passen. Oder auch Konstellationen wie Investments in Hotelimmobilien, die nicht nur erworben, sondern auch betrieben werden. Der Sachwertebegriff ist eben beim ELTIF 2.0 viel weiter gefasst als beim OIF, wonach die Vermögenswerte beim ELTIF lediglich einen Ertragswert aufweisen müssen. Zwar steuert die Gesetzgeber auch bei offenen Immobilienfonds durch das Fondsrisikobegrenzungs- und Standortfördergesetz gezielt nach, der ELTIF ist aber allein aufgrund seines Charakters im Vorteil. Denn er ist ja eigentlich als Multi-Asset-Produkt konzipiert und taugt dementsprechend auch als Vehikel für Private Equity oder Private Debt sowie Infrastruktur. Das eröffnet Spielräume.

    Zusätzlich unterscheiden sich die Vorgaben für die Portfoliozusammensetzung: Beim ELTIF müssen Portfoliomanager mindestens 55 Prozent in die zulässigen Vermögenswerte investieren, worunter auch Sachwerte wie Immobilien fallen. Dabei darf ein einzelner Vermögenswert maximal 20 Prozent des Kapitals ausmachen. Beim OIF liegt die Grenze bei 15 Prozent für einen einzelnen Vermögensgegenstand, aber es kommen weitere Vorgaben dazu: Gibt es im Portfolio mehrere Immobilienobjekte, deren Wert jeweils 10 Prozent des Sondervermögens überschreitet, darf ihr aufaddierter Gesamtwert 50 Prozent des Fondsvolumens nicht überschreiten. Weiterhin darf der Wert der Grundstücke im Zustand der Bebauung nicht über die Marke von 20 Prozent steigen. Und das sind nicht die einzigen Vorgaben, es gibt weitere Regeln. Das zeigt: Die Strukturierung des Portfolios ist bei den ELTIFs weniger komplex als bei offenen Immobilienfonds – und damit ein Stück weit flexibler.

    Robert Guzialowski: Bei OIF müssen Kapitalverwaltungsgesellschaften wie wir sicherstellen, dass mindestens 5 Prozent des Sondervermögenswertes verfügbar sind, um Anteilsrücknahmen zu ermöglichen. Beim ELTIF ist die minimale Liquiditätsquote dagegen davon abhängig, wie häufig die Kapitalverwaltungsgesellschaft Rücknahmen erlaubt und wie lang die Kündigungsfristen sind.

    Wo die Grenzen jeweils verlaufen, regeln die technischen Regulierungsstandards für die ELTIF-Verordnung, also die RTS. Die Europäische Union hat sie im Oktober 2024 im Rahmen der Delegierte Verordnung (EU) 2024/2759 veröffentlicht. Hinsichtlich der Bestimmung der Grenzen sind die RTS recht wage unterwegs, da die Verordnung mit unbestimmten Rechtsbegriffen arbeitet. Im Anhang I und II der RTS finden sich jedoch diverse Optionen und Szenarien, die die Möglichkeiten der unterschiedlichen Liquiditätssteuerung aufweisen.

    Und zum Leverage: Vergleicht man die Fremdkapitalaufnahme von offenen Immobilienfonds und ELTIFs über den Loan To Value, zeigt sich kein sonderlich großer Unterschied. Beim ELTIF liegt der maximal zulässige LTV mit 33 Prozent nur knapp über dem der offenen Immobilienfonds mit 30 Prozent.

    Robert Guzialowski: Die Bafin hat Anfang 2024 in einem Fragenkatalog unter anderem beschrieben, wie das Zulassungsverfahren läuft – und dieser Fragenkatalog zeigt ganz gut, dass eine Umwandlung von Fonds in ELTIFs im Prinzip möglich ist. Denn aus unserer Sicht, also aus Sicht einer Kapitalverwaltungsgesellschaft, ist es ja so, dass wir im ersten Schritt nicht einen ELTIF, sondern beispielsweise einen inländischen AIF auflegen. Für diesen AIF beantragen wir dann zum einen die Zulassung als ELTIF. Und zum anderen müssen wir als KVG und damit als AIFM selbst einen Antrag zur Verwaltung eines ELTIF stellen. Stimmt die BaFin beiden Anträgen zu, gehen damit Rechte aber auch Pflichten eines ELTIF einher.

    Bei bestehenden Fonds müssen also erst alle Anforderungen an einen ELTIF erfüllt werden – im Portfolio, bei Mindesthalte- und Kündigungsfristen oder in der Abwicklung. Anders als bei der Erstauflage eines ELTIF, ist bei der Umwandlung eines inländischen AIFs in einen ELTIF kein Antrag auf Erlaubnis der KVG zur Verwaltung erforderlich. Es reicht lediglich der Antrag auf Zulassung als ELTIF. Dies liegt schlicht daran, dass die KVG bereits die Erlaubnis über die Verwaltung des AIF verfügt.

    Zwar wurde in Deutschland noch kein OIF in einen ELTIF umgewandelt. Dass eine Umwandlung in der Praxis trotzdem funktioniert, zeigt ein Beispiel aus Irland. Dort hat ein irischer Asset Manager seine Immobilienfonds in ELTIFs umgewandelt, um seinen Anlegerkreis zu erweitern. Es ist vorstellbar, dass künftig auch einige deutsche Asset Manager diesen Schritt gehen werden. Übrigens ist es auch möglich, einen ELTIF 1.0 in einen ELTIF 2.0 umzuwandeln. Für beide Szenarien gilt: Der ELTIF 2.0 ist auch für Bestandsfonds ein attraktives Vehikel.

    Robert Guzialowski: Ich bin mir sicher, dass es nicht mehr allzu lang dauern wird. Wir haben bei der HANSAINVEST aus der Historie heraus ja auch einen Fokus auf Immobilieninvestments – wir kriegen also durchaus mit, dass unsere aktuellen Fondspartner mehr oder weniger konkret an solche Projekte denken. Das hat einen einfachen Grund: Im direkten Vergleich hat der ELTIF in vielen Belangen leichte Vorteile gegenüber dem OIF – und mit dem grenzüberschreitenden Vertrieb ein schlagkräftiges Argument, über das wir bisher noch gar nicht gesprochen haben.

    Wer sich also vorstellen kann, seinen Immobilienfonds ohne viel zusätzlichen Aufwand in anderen europäischen Ländern zu vertreiben, ist auf den ELTIF 2.0 angewiesen. Dass aktuell eher keine Immobilien-, sondern ELTIF 2.0 für Private Markets aufgelegt werden, hängt primär damit zusammen, dass der Immobilien-Investitionszyklus für Immobilien nach sehr starken 10-12 Jahren aktuell noch ruht.

    Robert Guzialowski: Natürlich haben große und internationale Asset Manager ihre Fühler schon seit Jahren in mehrere europäischen Länder ausgestreckt. Ihre Vertriebsnetzwerke sind dicht gewebt. Die hiesigen Asset Manager, die Sie zurecht ansprechen, haben diese dichten Vertriebsnetzwerke im Ausland nicht. Aber sie kennen den Immobilienmarkt im Inland besser und länger als viele der internationalen Private-Markets-Plattformen. Diesen inhaltlichen Vorsprung können und sollten sie über den ELTIF in den Ring werfen.

    Der ELTIF als Vehikel öffnet die Tür zu neuen Märkten. Dort müssen sich die hiesigen Asset Manager bemerkbar machen, nach und nach eigene Vertriebsnetze knüpfen oder aber mit Drittvertriebspartnern zusammenarbeiten.

    Gerade im deutschsprachigen Raum gibt es mittlerweile genug Dienstleister, die ausländischen Boutiquen beim Markteintritt unterstützen. Ähnlich sieht es in europäischen Märkten wie Süd- oder Nordeuropa aus.

  • ELTIF.info Newsletter #6

    LIQID weitet sein ELTIF-Angebot aus

    Neue Private-Market-Anlageklassen im Fokus

    LIQID berichtet pünktlich zum 1. Dezember über die Erweiterung seines ELTIF-Angebots. Das Berliner FinTech war Vorreiter bei der Lancierung eines der ersten Private Equity ELTIFs in Zusammenarbeit mit Neuberger Berman. Nun erweitert LIQID sein Portfolio um Fonds aus den Bereichen Private Debt und Infrastruktur.

    Die Art und Weise, wie LIQID ELTIFs einsetzt und wie Kunden Zugang dazu erhalten können, wird auf ELTIF.info und der Rubrik „Wie kann man in ELTIF-Fonds investieren?“ erklärt.

    Der Infrastruktur-ELTIF

    Der LIQID Infrastructure NXT Fonds baut auf der bestehenden Zusammenarbeit mit Neuberger Berman auf, da auch er deren Co-Investment-Plattform nutzt.

    Das Ziel dieses Fonds ist es, ein diversifiziertes Portfolio aus Infrastrukturbeteiligungen in Europa und Nordamerika aufzubauen. Etwas Besonderes ist die große Spannbreite der dahinterliegenden Rendite-Risiko-Profile: denn der Fonds soll in seiner Zielsetzung zu gleichem Maße die Bereiche Core, Core+, Value Add und Opportunistisch umfassen. Die Zielrendite dieses auf Eigenkapitalinvestments fokussierten Infrastrukturfonds beträgt nach Kosten 8–10 % p.a.

    Bei diesem Vehikel handelt es sich um einen offenen Fonds (Evergreen) mit der Möglichkeit für monatliche Zeichnungen und quartalsweise (limitierten) Rückgaben. Die aktuell angebotene Anteilsklasse S weist eine Verwaltungsgebühr von 1,35% p.a. für die ersten 12 Monate auf, welche danach auf 1,80% p.a. ansteigt. Die Performancegebühr beträgt 10% über einer Hurdle Rate von 6%.

    Der Private-Debt-ELTIF

    Im Gegensatz zum Private-Equity- und Infrastruktur-Angebot handelt es sich beim Private-Debt-ELTIF um einen Fonds aus dem Hause Ares. Dieser ist auf der LIQID-Website unter dem Namen Private Debt NXT zu finden. Der dahinterliegende Ares European Strategic Income ELTIF wurde bereits vor einigen Monaten aufgelegt und ist auch in anderen europäischen Ländern zum Vertrieb zugelassen.

    Der Fonds ist in seiner Anlagestrategie auf die Darlehensvergabe in Europa fokussiert (Direct Lending). Ares agiert in der Regel als alleiniger Kreditgeber und strebt bei dem Fonds 80-100 Portfoliopositionen an. Der Großteil des Portfolios (70-80%) besteht aus erstrangig besicherten Darlehen und ein geringerer Anteil (20–30 %) entfällt auf High-Yield-Bonds und Liquidität. Langfristig beträgt die Zielrendite 7-9% p.a. nach Kosten.

    Auch hier handelt es sich um einen offenen Fonds (Evergreen). Dieser kann sowohl monatlich gekauft als auch (limitiert) monatlich zurückgegeben werden. Die Verwaltungsgebühr beträgt für den Fonds in den ersten sechs Monaten 0,9% p.a. und steigt danach auf die regulären 1,9% p.a. an. Die Performancegebühr beträgt 12,5% über einer Hurdle Rate von 5%.

    Fund Inception Corner

    Neben der Produkterweiterung bei LIQID gab es in den vergangenen Wochen weitere Nachrichten von in Deutschland zum Vertrieb zugelassenen neuen ELTIF-Fonds, die auf ELTIF.info zu finden sind.

    Morgan Stanley Private Markets ELTIF

    • Dieser Fonds bietet mit einem Investment Zugang zu den Private Market Anlageklassen „Private Debt“ (via Primary Investments), „Private Equity“ (via Co-Investments), „Infrastruktur“ und „Immobilien“.

    Invesco European Upper Middle Market Income Fund

    • Private-Debt-Fonds mit dem Fokus auf Darlehen (leveraged und syndicated loans) an größere Unternehmen. Meist handelt es sich um erstrangige Darlehen (senior loans) oder Unitranche-Darlehen.

    Fasanara Tactical Private Credit Fund

    • Der Fonds verfolgt eine Anlagestrategie basierend auf dem Ankauf von Handelsfinanzierungen, welche mit den dahinterliegenden Waren besichert sind. Daher wird der Fonds der Sub-Strategie „Asset-Based-Lending“ innerhalb von „Private Debt“ zugeordnet.
  • ELTIF.info Newsletter #5

    Rendite und Risiko: Wo sind Private Markets einzuordnen?

    Vergleich des Rendite-Risiko-Profils von Private-Market-ELTIFs mit Aktien und Anleihen

    Da der Großteil der am deutschen Markt verfügbaren ELTIF-Fonds erst vor wenigen Monaten aufgelegt wurde, gibt es für diesen Fondstypus nur sehr kurze Zeitreihen. Folglich lässt sich das langfristige Rendite-Risiko-Profil der konkreten Fonds noch nicht direkt aus deren Track Record ablesen.

    Allerdings müssen alle an Privatpersonen vertriebenen Fonds – egal ob ETFs, Mischfonds oder ELTIFs – ein Basisinformationsblatt zur Verfügung stellen. In diesem Dokument tätigen die Fondsgesellschaften klare und standardisierte Angaben zur langfristig zu erwarteten Wertentwicklung in bestimmten Szenarien. Dabei müssen die Fondskosten berücksichtigt werden, sodass nur Nach-Kosten-Renditen-Szenarien dargestellt werden.

    Die Szenarien sind:

    • Stress-Szenario
    • Pessimistisches (ungünstiges) Szenario
    • Normales (mittleres) Szenario
    • Optimistisches (günstiges) Szenario

    Die Szenarien verdeutlichen die mögliche Rendite-Spannbreite. Damit lässt sich nicht die Zukunft vorhersagen, aber sie liefern eine belastbare Erwartung für unterschiedliche Marktphasen. In der Regel werden diese Szenarien über einen Anlagehorizont von einem Jahr und fünf Jahren (oder mehr) berechnet.

    Private-Market-ELTIFs im Vergleich mit Aktien- und Anleihe-ETFs

    Um die Ergebnisse der ELTIF-Fonds einordnen zu können, werden deren Daten mit denen von sehr großen und breit gestreuten Aktien- bzw. Anleihe-ETFs betrachtet. Dabei handelt es sich um folgende Fonds.

    Aktien ETF:

    • SPDR MSCI All Country World UCITS ETF (Fondsgröße 6,39 Mrd. EUR)

    Anleihe ETF:

    • iShares EUR Aggregate Bond ESG SRI UCITS ETF (Fondsgröße 1,69 Mrd. EUR)

    Für die Betrachtung der ELTIF-Fonds wurden diese der jeweiligen Private-Market-Kategorie zugeordnet und der Durchschnitt der jeweiligen Szenarien gebildet. Einzelne ELTIF-Fonds haben demzufolge eine höhere oder niedrigere Renditespannweite als die gebildeten Peer Groups. Die konkreten Werte für jeden einzelnen Fonds können auf ELTIF.info nachvollzogen werden.

    Wegen der begrenzten Liquidität und der langer empfohlener Mindesthaltefristen von Private-Market-Investments werden im Folgenden nur die Szenarien mit über 5 Jahren Mindesthaltedauer betrachtet.

    Ergebnisse des Vergleichs

    Über alle betrachteten Anlageklassen hinweg lässt sich erkennen, dass hohe Renditechancen auch mit einem höheren Verlustpotenzial einhergehen.

    Quelle: ELTIF.info

    Stress- und Pessimistisches Szenario

    Das größte Verlustpotenzial (annualisierte Rendite) in einem Stress-Szenario ist beim Aktien-ETF (-15,5%), gefolgt von Private Equity (-11,3%), dem Anleihe-ETF (-9,2%) und Private Markets Diversified (-9,1%) vorhanden. Private Debt (-3,23%) und Infrastruktur (-5,7%) haben gemäß Basisinformationsblatt das geringste Verlustpotenzial im Stress-Szenario.

    Beim pessimistischen Szenario erzielt der breit gestreute Anleihe-ETF das schlechteste Ergebnis (-6,7%). Alle anderen Anlageklassen liegen recht eng um die Null-Prozentmarke verteilt: von Infrastruktur mit -0,53% bis zum globalen Aktien-ETF mit +1,2%.

    Optimistisches Szenario

    Das größte Wachstumspotenzial (annualisierte Rendite) in einem optimistischen Szenario weist Private Equity (14,28%), gefolgt vom Aktien-ETF (14,1%) und Private Markets Diversified (12,37%) auf. Infrastruktur (10,38%) und Private Debt (6,87%) befinden sich im Mittelfeld, aber deutlich vor dem Anleihe-ETF (3,3%).

    Normales Szenario

    In einem normalen Marktumfeld weist Private Equity durchschnittlich das größte Renditepotenzial (10,02%) auf. Danach folgt der breit gestreute Aktien-ETF (9,6%). Private Markets Diversified (7,85%) und Infrastruktur (7,71%) liegen dicht beieinander. Unter den Private Market Anlageklassen liefert Private Debt (5,34%) zwar den niedrigsten Wert, aber liegt damit noch deutlich über dem breiten EUR-Anleihe-ETF (1,1%).

    Private Markets als Beimischung im Portfolio

    Für Investoren mit einem traditionellen Aktien- und Anleiheportfolio können Private-Market-ELTIFs zur Diversifikation und Portfolio-Optimierung dienen. Denn im Vergleich zum Anleihe-Teil kann sich durch die Beimischung von Private Markets ein höheres Performance-Potenzial ergeben. Im Vergleich zum Aktien-Teil kann die Schwankungsintensität gesenkt werden.

    Schematische Darstellung der Optimierung des Rendite-Risiko-Profils durch die Beimischung von Private Markets.

    Aufgrund der begrenzten Liquidität – auch bei Evergreen-Fonds – sollte dies nur mit einem kleineren Portfolioanteil und bei entsprechend langem Anlagehorizont erfolgen.

  • ELTIF.info Newsletter #4

    Private Equity: Das Comeback der Deals

    Verbesserte Bedingungen für Private Equity

    Das Marktumfeld für Private Equity hat sich in den vergangenen Wochen und Monaten weiter erholt. Nachdem die Anlageklasse in den vergangenen Jahren mit Inflation, hohen Zinsen und damit auch mit schwieriger Preisfindung, niedriger Deal-Aktivität und langsamer Rückzahlungsgeschwindigkeit an Investoren zu kämpfen hatte, scheint sich nun die Stimmung wieder aufzuhellen.

    Unterstützt vom stabilen Aktienmarkt, einer beherrschbaren Inflation und jüngsten Zinssenkungen in den USA ziehen die Deal-Aktivitäten im Private-Equity-Bereich wieder an. So berichtete beispielsweise EY im Private Equity Pulse Q3 2025, dass sowohl die Anzahl der Deals als auch das Dealvolumen wieder ansteigen. Wie diese und andere Studien zeigen, macht sich die bessere Lage besonders bei sehr großen Buyouts bemerkbar, während andere Segmente noch mehr Aufholpotenzial aufweisen.

    Ein weiteres Indiz für das sich verbesserte Marktumfeld ist die vor allem in den USA steigende Anzahl der Börsengänge. Dies berichtete jüngst PWC im Capital Markets Watch Q3 2025.

    Hinsichtlich der Exits – also den Verkäufen von Private-Equity-Beteiligungen – scheint 2025 die Vorjahre übertreffen zu wollen.

    Mit den positiven Signalen auf der Transaktionsseite erwarten viele institutionelle Private-Equity-Investoren auch die Beschleunigung von Rückzahlungen aus Fonds. Da diese Investoren der Anlageklasse treu bleiben möchten, würden sich Rückzahlungen direkt auf die Größe und Anzahl neuer Fonds auswirken.

    Deal Corner

    Der Großteil der ELTIF-Fonds befindet sich in der Aufbauphase und bei diesen fließen regelmäßig neue Beteiligungen oder Darlehen ins Portfolio. Die höhere Deal-Aktivität spiegelt sich auch bei einigen ELTIF-Fonds wider.

    So hat BlackRock seine Beteiligung an OpenAI im BlackRock Private Equity Fund bekannt gegeben und damit das Growth-Segment des Portfolios ausgebaut. Daneben hat der Fonds auch eine Co-Investment-Position in Froneri, einem der weltgrößten Speiseeishersteller, gemeldet.

    An Froneri hat sich ebenfalls der Amundi Private Markets ELTIF beteiligt. Darüber hinaus hat der Fonds auch Beteiligungen an dem Gebäudedienstleister PHM und dem Druckluftsysteme-Hersteller Sperre bekannt gegeben.

    Der NB Private Equity Open Access Fund hat eine Co-Investment Position bei der Infra Group hinzugefügt. Bei dieser handelt es sich um einen Spezialisten zur Erstellung von Infrastruktur wie Wasser- oder Glasfaserleitungen.

    AuM Corner

    Bei der Fondsgröße (Assets under Management) der ELTIF-Fonds zeigt sich vielerorts eine positive Tendenz.

    So hat BlackRock bei den beiden in diesem Jahr neu aufgelegten Fonds die ersten AuM-Zahlen geliefert. Dabei weist der BlackRock Multi Alternatives Growth Fund binnen kürzester Zeit ein Volumen von 251 Mio. EUR auf. Der BlackRock Private Equity Fund kommt aus dem Stand auf 123 Mio. EUR.

    Auch bei weiteren Fonds, welche regelmäßig neue AuM-Zahlen liefern, zeigt sich an vielen Stellen eine erfreuliche Tendenz. Besonders stark stieg das Fondsvolumen bei den folgenden Fonds:

    Fund Inception Corner

    Neben der Fondsgröße nimmt auch die Anzahl neuer ELTIF-Fonds beständig zu. Vier weitere Fonds wurden nun auch auf ELTIF.info ergänzt. Dazu gehören die beiden Private-Debt-Fonds von Apollo sowie die Infrastruktur-ELTIFs von Blackstone und KKR. Informationen zur den Anlagestrategien liegen vor, Details zu konkreten Anteilsklassen jedoch teilweise noch nicht.

    Apollo European Private Credit ELTIF

    • Der Fonds ist auf erstrangig besicherte direkte Unternehmensdarlehen von größeren Darlehensnehmern in Europa fokussiert. Daneben ist auch die Beimischung von Syndizierten Krediten möglich.

    Apollo Global Diversified Credit ELTIF

    • Wie der Name schon verrät, handelt es sich um ein – hinsichtlich Regionen und Kreditarten – diversifiziertes Produkt. Der Fonds verfolgt einen Dachfondsansatz und investiert dabei in unterschiedliche Apollo-Produkte. Mehrheitlich soll in Unternehmensdarlehen investiert werden, aber auch liquidere Strategien, wie ABS und handelbare Anleihen, spielen eine Rolle.

    KKR Infrastructure Fund ELTIF

    • Von dem Fonds besteht bereits seit Mitte 2023 ein Schwester-Vehikel für professionelle oder semi-professionelle Investoren. Verfolgt der neue ELTIF eine ähnliche Anlagestrategie, dann wird dieser Beteiligungen diversifiziert über Infrastruktur-Segmente vornehmen und bei der globalen Ausrichtung dennoch einen Europa-Überhang aufweisen.

    Blackstone Infrastructure Strategies ELTIF

    • Der Blackstone Fonds ist thematisch auf bestimmte Infrastruktur-Segmente ausgerichtet. So sollen Digitale Infrastruktur (u.a. Datencenter, Mobilfunkmasten), Energie (u.a. Versorger, erneuerbare Energien) und Transport (u.a. Mautstraßen, Häfen, Flughäfen) im Mittelpunkt stehen. Es soll überwiegend in Beteiligungen und weniger in Fremdkapital investiert werden.
  • ELTIF.info Newsletter #3

    ELTIF.info Newsletter #3

    ELTIF: Verkaufsschlager oder Nischenprodukt?

    In den Medien war zuletzt viel Bewegung rund um das Thema ELTIF-Fonds zu beobachten. So haben die Ankündigungen von Trade Republic und der Deutschen Bank, ELTIF-Fonds anzubieten für viel Aufsehen gesorgt. Auf der anderen Seite wurden in einigen Medien und Finanzportalen beklagt, dass der Absatz bei ELTIFs scheinbar nur schleppend verläuft.

    Ziel dieses Newsletters ist es, eine aktuelle Bestandsaufnahme zur Positionierung der weltweit führenden Private-Market-Anbietern in Bezug auf ELTIFs zu liefern.

    Welche der großen Private-Market-Anbieter bietet ELTIF-Fonds an?

    Um dies zu beantworten, wurden aus den Statistiken der PEI Group die größten Asset Manager für die einzelnen Teilbereiche Private Equity, Private Debt, Infrastruktur und Immobilien herausgefiltert und konsolidiert. Als Grundlage dienen dabei die eingesammelten Gelder in Private-Markets-Fonds in den vergangenen fünf Jahren. Die Top 12 Gesellschaften sind in der folgenden Tabelle genannt. Viele der Gesellschaften sind in mehreren – manche in allen – Private-Market-Teilbereichen aktiv.

    Die folgende Übersicht zeigt, welche der Top 12 Anbieter bereits ELTIF-Fonds aufgelegt haben, welche Produkte in Planung sind und welche Fonds auf ELTIF.info gelistet sind. Es wird ersichtlich, dass sechs dieser Gesellschaften bereits 16 ELTIF-Fonds aufgelegt haben. Dabei handelt es sich zum Teil um geschlossene Fonds aus dem ELTIF 1.0 Regime, die nicht mehr in der Fundraising-Phase sind. Die aktuell erwerbbaren Produkte sind offene Fonds (auch Evergreen oder semi-liquide genannt) und stammen vorwiegend aus den Bereichen Private Debt und Private Equity.

    Asset Manager Anzahl bestehender /
    veröffentlichter
    ELTIF-Fonds
    ELTIF-Fonds
    in Planung
    Fonds auf ELTIF.info
    KKR 1 
    Blackstone 1 
    EQT1 EQT NXTF ELTIF
    Brookfield Asset Management   
    Ares Management1 Ares European Strategic Income Fund
    BlackRock61BlackRock Private Equity Fund
    BlackRock Multi Alternatives Growth Fund
    Goldman Sachs Asset Management3  
    TPG   
    Thoma Bravo   
    Apollo Global Management4 Apollo Global Private Markets ELTIF
    The Carlyle Group1  
    Macquarie Asset Management   
    Summe163

    Quelle: ELTIF.info

    In diesem Jahr waren diese 12 Private-Market-Anbieter bereits sehr aktiv. So hat Apollo jüngst die Auflage von drei neuen ELTIFs angekündigt (ein Private Equity und zwei Private Debt). BlackRock hat bereits zwei Fonds lanciert (Private Equity und Diversified Private Markets). Darüber hinaus haben EQT (Private Equity) und Ares (Private Debt) jeweils einen neuen ELTIF-Fonds gestartet.

    Steht eine Infrastruktur-Welle bevor?

    Spannend ist es einen Blick in die Zukunft zu wagen und zu betrachten, welche ELTIF-Fonds von diesen Anbietern scheinbar geplant sind. Aus der Recherche der in Auflage befindlichen Produkte zeigt sich, dass dies möglicherweise Infrastruktur-Fonds sein könnten.

    Die beiden größten Anbieter für Private-Markets (KKR und Blackstone) planen offenbar ihre ersten ELTIF-Fonds anbieten zu wollen, wobei es sich wahrscheinlich um Infrastrukturfonds handelt. Auch BlackRock – die weltweit größte Fondsgesellschaft – ist mit ihren Plänen für ein Infrastruktur-Produkt insoweit vorangeschritten, als dass ein neuer Infrastruktur-ELTIF bereits im Fondsprospekt genannt wird. Details zu diesen Fonds wurden bislang nicht veröffentlicht.

    Auf dem deutschen Markt sind bereits eine Vielzahl von Infrastruktur-ELTIFs verfügbar, welche bisher zumeist von den Fondsgesellschaften von Versicherungskonzernen bzw. Banken oder Fonds-Boutiquen aufgelegt worden sind. Vertiefende Informationen zu dieser Anlageklasse und den bestehenden Infrastrukturfonds finden sich in der Studie von ELTIF.info.

    ELTIFs: Ein Marathon, kein Sprint

    Sollten diese drei Fonds bis Dezember als ELTIF lanciert werden, hätten die Top 12 Private-Market-Häuser die Anzahl ihrer ELTIFs in diesem Jahr von 9 auf 19 gesteigert. Diese Anbieter sehen offensichtlich Wachstumspotenzial für den „European Long Term Investment Fund“.

    Wie groß könnte dieser Markt sein? Laut Statista betrug Ende 2024 allein in Deutschland das Geldvermögen in Investmentfonds 1.280 Milliarden EUR (ohne Einzeltitel oder Cash-Bestände). Sollte in den kommenden Jahren davon „nur“ 1% in Private-Market-ELTIFs fließen, wäre dies ein 12,8 Mrd. EUR Markt.

    Aktuell wird ein Wechsel vom klassischen 60:40 Portfolio (60% Aktien und 40% Anleihen) hin zu einem 60:20:20 Portfolio mit einem 20% Private-Markets-Anteil diskutiert. Auch wenn dies kein kurzfristig realistisches Szenario darstellt, verdeutlicht dies das langfristige Potenzial des ELTIF-Marktes.

    Das Anlagevehikel ELTIF ist noch jung und bedarf aufgrund der Komplexität eine (im Vergleich zu traditionellen Fonds) längere Anlaufphase. Die größten globalen Anbieter für Private-Markets positionieren sich, um für das langfristige Rennen um die Anlegergunst in diesem Markt gerüstet zu sein.

  • ELTIF.info Newsletter #2

    ELTIF.info Newsletter #2

    Der Deutsche Bank ELTIF

    Für das dritte Quartal haben mehrere Finanzhäuser ihren Einstieg in Private Markets mittels ELTIF-Fonds geplant. Nachdem Trade Republic Anfang September sein Angebot mit den Fonds von Apollo und EQT erweitert hat, veröffentlicht nun auch die Deutsche Bank ihre konkreten Pläne.

    Dabei fallen bei dem neuen Produkt von Deutschlands größter Universalbank einige Unterschiede zu anderen Strukturen am Markt auf. Der ELTIF wird den Namen „Deutsche Bank Private Markets SICAV – (subfund) Diversified SAA Fund“ tragen und nur bei der Deutschen Bank im europäischen Wirtschaftsraum und der Schweiz erwerbbar sein. Darüber hinaus wird der Fonds nur für qualifizierte Investoren ab einer Mindestanlagesumme von 10.000 EUR zugänglich sein. Der Name „SAA“ lässt darauf schließen, dass der Fonds als langfristiges strategisches Element in der Portfolioausrichtung von Kunden dienen soll.

    Abgrenzung zu anderen ELTIFs

    Für diesen ELTIF kooperiert die Deutsche Bank mit der Partners Group und der DWS. Die DWS wird dabei als AIMF des Fonds dienen und die Partners Group als Portfoliomanager des Fonds. Die Deutsche Bank selbst wird als Investment Advisor im Fondsprospekt genannt. Diese Konstellation erinnert an den UniPrivatmarkt Infrastruktur ELTIF der Volksbanken, welcher von der Union Investment als AIFM verwaltet wird, wobei die Mercer Alternatives AG als Berater dient.

    Erste Informationen zur Anlagestrategie

    Die Anlageinstrumente werden breit gefächert sein: von Direktinvestments, über Co-Investments bis hin zu Primary- und Secondary-Investments. Dabei sollen bis zu 30% des Portfolios aus Investments der Partners Group bestehen und rund zwei Drittel von Drittanbietern stammen. Geografisch ist der Fonds global ausgerichtet, wobei ein europäischer Überhang erwartet werden kann.

    Inhaltlich verfolgt der Deutsche Bank ELTIF eine „Private Markets Diversified“ Strategie. Denn der Fonds wird sowohl in Private Equity, Private Debt, Infrastruktur und Immobilien investieren können. Für die Allokation in die unterschiedlichen Teilbereiche wird es weit gefasste Bandbreiten (10% – 50%) geben, wobei die langfristige Zielallokation bei 35% Private Equity, 25% Private Debt, 30% Real Assets und 10% liquide Investments liegen soll.

    Ausgewählte Konditionen des ELTIFs

    Wie bei vielen ELTIF-Fonds üblich wird auch der Deutsche Bank Private Markets SICAV – (subfund) Diversified SAA Fund monatlich erwerbbar sein. Verkäufe sind unter bestimmten Bedingungen quartalsweise möglich (36 Monate Lockup, 1 Jahr Ankündigungsfrist, 7,5% quartalsweises Gate). Die Anteilsklasse LU3085135211 (Early Bird) hat eine anfängliche Management-Gebühr von 1,575% p.a. und eine Performance-Gebühr von 15% (über einer 5% Hurdle Rate).

    Laut Fondsprospekt teilt sich die Management Gebühr folgendermaßen auf:

    • 0,75% Portfolio Management Fee (Partners Group)
    • 0,20% Advisory Fee (Deutsche Bank)
    • 0,125% AIFM Fee (DWS) und
    • 0,50% Distribution Fee.
  • ELTIF.info Newsletter #1

    ELTIF.info Newsletter #1

    Trade Republic betritt die ELTIF-Bühne und erweitert das Angebot durch Fin-Techs

    Die Ankündigung von Trade Republic, sich vom Broker zum Wealth Manager erweitern zu wollen, war ein Paukenschlag. Trade Republic greift damit klassische Banken auf einem weiteren Feld an: Die Berliner werden damit neben Zinsangeboten, Aktien- und ETF-Handel nun auch Private-Market-Produkte anbieten. Zu den Privat Markets werden die Strategien Private Equity, Private Debt, Infrastruktur und Immobilien gezählt. Die seit 2024 erneuerte europäische Regulierung (ELTIF 2.0) ermöglicht es, Fonds dieser Strategien auch Kleinanlegern anbieten zu können. Etliche Fondsgesellschaften und Vertriebseinheiten arbeiten bereits erfolgreich an Lösungen, um sich in dem Privatkundensegment zu etablieren.

    Welche ELTIF-Fonds bietet Trade Republic an?

    Bei den ersten beiden von Trade Republic angebotenen Produkten handelt es sich um zwei ELTIF-Fonds von den Anbietern EQT und Apollo. Beide Fonds verfolgen Private Equity Strategien, unterscheiden sich jedoch in ihrer Umsetzung. Der EQT NXTF ELTIF investiert im Wesentlichen in hauseigene EQT-Fonds (Primary Funds) und hat einen höheren Europa-Anteil. Der Apollo Global Private Markets ELTIF hat das Ziel vor allem mittels Co-Investments ein globales Portfolio aufzubauen.

    Laut Fondsprospekt bieten beide Fonds eine quartalsweise Rückgabemöglichkeit. Dabei ist – wie nahezu immer – zu beachten, dass auch 5%ige Gates an jedem Rückgabetag eingehalten werden müssen. Inwieweit dies mit der von Trade Republic in der Keynote angekündigten monatliche Rückgabemöglichkeit im Einklang steht, lässt sich aktuell nur vermuten. Dabei könnte der ebenfalls in der Keynote angekündigte interne Sekundärmarkt eine Rolle spielen, welcher bei anderen Private-Markets-Plattformen (z.B. Moonfare) auch schon versucht wurde zu etablieren.

    Auf den ersten Blick in das Fondsprospekt und das KID fallen bei beiden Fonds unterschiedliche Kostenarten an. Bei EQT versucht man die doppelte Kostenstruktur von ELTIF-Dachfonds und darunterliegenden Primary Funds zu begrenzen. Performance Fees fallen in den Primary Funds an bzw. bei Co-Investments auf ELTIF-Ebene. Bei Apollo fallen die klassischen Management- und Performance-Gebühren an. Darüber hinaus wird bei Apollo auch auf die Vermittlergebühr an Trade Republic in Höhe von 1,4% p.a. hingewiesen.

    Das bestehende ELTIF-Angebot anderer Fin-Techs

    Das Anlageuniversum der verfügbaren Private Equity Fonds via von Neo-Banken und Fin-Techs vergrößert sich durch den Markteintritt von Trade Republic. Den erfolgreichen Start in diesem Segment machte LIQID mit dem LIQID Private Equity NXT. In diesem Jahr zog Scalable mit dem BlackRock Private Equity nach. Darüber hinaus sind auf der NAO Plattform der Partners Group Private Equity Opportunities (Buyout) und der Redstone Global Venture ELTIF (Venture Capital) verfügbar. Für Investoren, die sich auch für Private Debt interessieren, bietet NAO ebenfalls Private Debt Fonds an (Muzinich European Private Credit ELTIF und BNP Paribas Alternative Strategies – Diversified Private Credit).

    In der folgenden Tabelle werden die unterschiedlichen ELTIFs miteinander verglichen. Es ist davon auszugehen, dass sich das Wachstum in diesem Bereich fortsetzen wird. Für Anleger wird das steigende Angebot mehr Auswahl, mehr Konkurrenz und damit auch langfristig eine höhere Qualität bedeuten.

    Neo-Bank / Fin-TechELTIF-FondsManager und/oder BeraterStrategie-FokusZiel-renditeISINRisiko-klasseLiquidität-VerkaufKosten (Auszug)
    Liqid  LIQID Private Equity NXTNeuberger Berman  Strategie: Private Equity Sub-Strategie: Buyout Instrumente: Co-Investments12%LU27524036214Quartalsweise mit 2 Jahren LockupManagement Fee: 2,49% Performance Fee: 12,5%
    Scalable CapitalBlackRock Private EquityBlackRockStrategie: Private Equity Sub-Strategie: Buyout Instrumente: Co-Investments12%LU29708119514Quartalsweise mit 2 Jahren LockupManagement Fee: 1,95% Performance Fee: 12,50%
    NAO  Partners Group Private Equity OpportunitiesPartners GroupStrategie: Private Equity Sub-Strategie: Buyout Instrumente: Direktinvestments14%LU27622820074Quartalsweise mit 3% Redemption Fee in den ersten beiden JahrenManagement Fee: 1,65% Performance Fee: 15%
     Redstone Global Venture ELTIFHANSAINVEST Lux / AHP Capital Management GmbHStrategie: Private Equity Sub-Strategie: Venture Capital Instrumente: Primary Funds18%LU28470694375Quartalsweise mit 7 Jahren LockupManagement Fee: 2,7% Performance Fee: zzgl. auf Einzelfondsebene
     Muzinich European Private Credit ELTIFMuzinich & Co.Strategie: Private Debt Sub-Strategie: Direct Lending Instrumente: Direktinvestments7%LU30519475163MonatlichManagement Fee: 1,40% Performance Fee: 10%
     BNP Paribas Alternative Strategies – Diversified Private CreditBNP Paribas AMStrategie: Private Debt Sub-Strategie: Private Debt Diversified Instrumente: Direktinvestments6%LU28401359043Quartalsweise mit 2 Jahren Soft-LockupManagement Fee: 2,25% Performance Fee: –
    Trade Republic  Apollo Global Private Markets ELTIFApollo Management International LLPStrategie: Private Equity Sub-Strategie: Buyout Instrumente: Co-Investments12%LU31702405384Quartalsweise mit 9 Monaten LockupManagement Fee: 2,20% Distribution Fee: 1,4% Performance Fee: 12,5%
     EQT NXTF ELTIFEQT Fund ManagementStrategie: Private Equity Sub-Strategie: Private Equity Diversified Instrumente: Primary Funds12%LU31761118815Quartalsweise mit 0,3% Redemption FeeManagement Fee: 2,35% Performance Fee: 20% (auf Einzelfondsebene)

    Quelle: Fondsprospekt bzw. KID des jeweiligen Fonds oder Website der Vertriebsgesellschaft.

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